Logopädie
In einer Seminargruppe an der Fachhochschule in Nijmegen. Christian Arts, Logopädie-Student im dritten Jahr, bereitet mit anderen aus seinem Semester 4 Studentinnen auf die Prüfung nach dem ersten Jahr vor.
In einer Seminargruppe an der Fachhochschule in Nijmegen. Christian Arts, Logopädie-Student im dritten Jahr, bereitet mit anderen aus seinem Semester 4 Studentinnen auf die Prüfung nach dem ersten Jahr vor.
Die 'Hogeschool van Arnhem en Nijmegen', kurz HAN, bietet den Studiengang Logopädie auch auf Deutsch an. Für Christian Arts war das nie eine Option. Er ist in Goch am Niederrhein direkt an der Grenze aufgewachsen und lernte bereits am Gymnasium 7 Jahre Niederländisch. Das Nachbarland hat ihn immer schon gereizt. Doch das war nicht ausschlaggebend, um dort auch Logopädie zu studieren.
Das Studium in den Niederlanden hat seinen Preis. Rund 800 € im Monat Lebenshaltungskosten und dann noch die Studiengebühren. Christian Arts: 'Ich zahle monatlich 177 €, also das ist schon teurer. Aber die Ausstattung ist ziemlich gut. Die Klassenräume, da sind überall Beamer, überall Computer, man hat immer die Möglichkeit, irgendwo am PC was zu machen. Ich habe schon das Gefühl, dass das Geld an die richtige Stelle kommt.'
Das größte Problem: in der Universitätsstadt eine Wohnung zu finden. Auch Christian Arts hat lange gesucht. Seit 2 Jahren hat er ein schönes, großes Zimmer in einer Wohnung vom Studentenwerk: 310 € zahlt er dafür. Ein halbes Jahr ist Christian gependelt zwischen Goch und Nijmegen. Doch das war nichts für ihn. Er wollte das ganze Paket: In den Niederlanden studieren und leben. 'Ich habe mich die ersten 2 Jahre meines Studiums komplett selber finanziert, meine Eltern haben kaum was dabei getan. Und es funktioniert.'
Etwa 265 € BaFög bekommt Christian Arts vom niederländischen Staat. Wenn er sein Studium rechtzeitig beendet, muss er nichts zurückzahlen. Nebenbei jobbt er als Kellner.
In der Cafeteria der Fachhochschule. Großzügig, hell, kein Einheitsgrau. Auch wenn das Studium in den Niederlanden teurer ist als in Deutschland, Christian Arts hat den Schritt noch nie bereut. Und dennoch: Die Anforderungen sind hoch.
Christian: 'Also, es ist kein Studium light, man muss sich schon dahinter setzen, wenn man es wirklich will. Auch das Verhältnis Student - Dozent. Dass man hier mehr auf Augenhöhe ist. Dass man zum Beispiel, wenn man oben ins Büro läuft - die Dozenten kennen einen. Es ist nicht so, dass man irgendwie eine Nummer ist und sie erst in den Akten gucken müssen, 25, Herr Arts. Es ist normal, hallo Christian, was ist denn?'
Studieren in den Niederlanden - das heißt, alles ist ein bisschen lockerer, ein bisschen praxisnäher, aber auch sehr anspruchsvoll und leistungsorientiert.
Christian: 'Man muss diesen Schritt wagen. Das ist auf jeden Fall eine Bereicherung fürs komplette Studium. Ich würde sagen, geht raus und macht was draus, ja.'
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Quelle: Deutschlandfunk